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"Initialisierung ... Zum Schalten warten" - Ursache: Defektes Motorsteuergerät

Verfasst: 15. Jul 2026 19:58
von STdesign
Mich hat es vor kurzem erwischt: Nachdem ich normal zum einkaufen gefahren war, kam ich vom Supermarkt nicht mehr weg. Nichts geht mehr beim Ampera, MY 2014. Das Radio lief noch, den Wählhebel konnte ich auch bewegen, aber Vortrieb gab es keinen. Das HV-System war m.E. nicht zugeschaltet, denn auch der DC/DC gab keine Ladespannung ab. Schön, dass im Display dennoch READY angezeigt wurde :roll:
Bei jedem Startversuch kringelte ewig "Initialisierung ... zum Schalten warten" im Display. Eine Anzeige, die ich sonst nur selten und ganz kurz gesehen hatte.
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Zusätzlich stellte sich nach dem dritten Startversuch die Sprache auf niederländisch und diverse Anzeigen, z.B. Außentemperatur und Benzin-Restreichweite blinkten. Außerdem waren sowohl die Akku-Anzeige, als auch Tankanzeige grau. Ich habe leider kein Foto gemacht. Auch habe ich leider kein vollständiges Fehlerprotokoll. Hinterlegt waren aber auf jeden Fall P0513 und B1325 / B144C.
Die Geschichte erinnert an diese Erfahrung, allerdings hat bei mir das abgklemmen der Batterie oder auch das anklemmen eines Boosters nicht geholfen. Vielleicht hilft mein Erfahrungsbericht anderen bei ähnlichen Symptomen und Problemen weiter.

Ich wurde also abgeschleppt in die Opel Werkstatt (Auto Neff), die mein Auto seit über neun Jahren betreut. Wobei dies bislang quasi nur Inspektionen nach Wartungsplan waren bzw. einmal das flashen des HPCM2 und BECM zum beseitigen des bekannten Ladefehlers durch scheinbaren Isolationsverlust des HV-Systems. Zum Glück habe ich die Opel Mobil Card, damit hat das ganze nichts gekostet und ich durfte einige Tage Corsa fahren, leider ein Benziner.

Auch in der Werkstatt zeigte mein Ampera nach einigen Tagen Standzeit kein Lebenszeichen. Zum Glück. es war kein sporadischer Fehler, der gefunden werden hätte müssen.
Nach eingen Diagnosen und, nach Aussage des Mechanikers, Rücksprache mit einem früheren Entwicklungsingeneur des Ampera aus dem Opel ITEZ fiel der Verdacht zunächst auf die Wegfahrsperre (wobei dann m.E. eine eindeutuge Fehlerleuchte erscheinen sollte - aber die Ampera Elektronik hat ja in Fehlerfällen auch schon bei anderen ihre Tücken gehabt). So wurde es zunächst mit dem Zweitschlüssel versucht - vergebens. Anschließend wurde versucht die Schlüssel neu anzulernen - was ebenfalls scheiterte, weil nicht vollständig auf die relevanten Steuergeräte zugegriffen werden konnte. Insbesondere das Motorsteuergerät ECM bzw. K20 war wohl auffällig. Es wurde also die vordere Stoßstange demontiert um das Steuergerät freizulegen (unter dem linken Scheinwerfer - und somit bei jedem Parkrempler (den ich jedoch nicht hatte) gefährdet :roll: ). Weiter ging es mit Diagnosen der Spannungsversorgungen und der CAN-Verbindungen. Letztendlich konnten hier keine Fehler ausfindig gemacht werden. Es blieb also das Motorsteuergerät K20 selbst als Ursache.
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Und: Siehe da - neues Steuergerät eingebaut und programmiert ... Und der Ampera fährt wieder als wäre nichts gewesen. Auch der Fehlerspeicher ist wieder leer. :D :D

Es lässt sich schon erahnen, dass diese Reparatur nicht eben günstig war. Aber was macht man nicht alles für den Ampera als automobiles Kulturgut mit der Schlüsselnummer AYJ, von dem es lt. KBA in Deutschland nur noch 182 zugelassene Fahrzeuge gibt. Außerdem: ein nicht fahrender Ampera ist quasi unverkäuflich.

Letztendlich habe ich rd. 3430 Euro bezahlt. Das ganze setzt sich zusammen aus 7,3 Stunden Diagnosearbeit à 159,90 Euro, dem Aufwand zum Einbau und der Programmierung des neuen ECM für insgesamt 271,83 Euro (gleicher Stundensatz wie zuvor) und dem K20 Steuergerät selbst für 1442,68 Euro. Auf die Summe kommt noch die MwSt. drauf.

Ja, die Diagnosezeit hätte vielleicht kürzer ausfallen dürfen. Allerdings war das Fehlerbild so difus und der Fehler insgesamt eher kein Standardfall, dass ich jedem etwas "stochern im Nebel" zugestehe. Insgesamt erschien mir das Vorgehen systematisch und strukturiert. Und das Vertrauen in diese Werkstatt hat keinesfalls gelitten. Schön, dass sich der Neff noch ausgiebig diesem Auto widmet (btw: auch dem Chevy Volt, denn sie haben also Camaro, Corvette und Cadillac Vertretung vollen zugriff auf die Chevrolet Systeme. So zumindest die Aussage des Serviceberaters vor einiger Zeit).

Mein Wunsch, das alte Steuergerät ausgehändigt zu bekommen, wurde leider nicht erfüllt. Lt. Aussage des Serviceberaters handelt es sich um ein Austauschteil, sodass das alte zurück zum Werk geht. Irgendwie glaube ich nicht so richtig daran, aber egal. Fun Fact: Mein Auto war im Erstbesitz rund ein Jahr lang auf das Opel ITEZ in Rüsselsheim zugelassen - samt Eintrag als Erprobungsfahrzeug in den Papieren. Vielleicht kannte der oben genannte Kontakt also sogar mein Auto. Oder, das Auto hatte ein Entwicklersteuergerät, welches wieder auf Serie zurückgebaut wurde - und nun gestorben ist. Irgendwie kam mir dieser Gedanke, als es hieß ich könne das alte Teil nicht haben.


Nun hoffe ich, dass euch ähnliches erspart bleibt - bei manch Auto wären die Kosten nicht mehr weit weg vom wirtschaftlichen Totalschaden ...