Re: Mal wieder ein Volt 2
Verfasst: 24. Feb 2019 12:23
Ich war wild entschlossen, dieses Auto zu kaufen. Ich bin auch in der glücklichen Situation, dass ich eine Werkstatt mit Hochvolttechniker in der Nähe habe, die auch mit Chevrolet und Ersatzteilbeschaffung Erfahrung hat. Sicher, man muss damit rechnen, dass die Ersatzteilversorgung teurer ist und länger dauert, aber nachdem ich mich mit den Vorteilen des Volt 2 gegenüber dem Volt 1/Ampera auseinandergesetzt habe, dachte ich mir, es lohnt sich, das Nachfolgemodell zu kaufen (wenn möglich...).
Ich habe das Auto ausführlich probegefahren und war sehr angetan. Ich hatte aber auch - und das war mir sehr wichtig - einen Termin in einer (von mir ausgesuchten) Werkstatt gemacht, wo ich den Wagen gründlich prüfen lassen wollte. Schließlich hatte der Wagen einen erheblichen Frontschaden gehabt, der in Litauen repariert worden ist. Ich hatte mittels der VIN die Fahrzeuggeschichte in den USA recherchiert und Fotos des verunfallten Wagens gefunden, daher wusste ich auch, wonach ich besonders schauen wollte.
Dazu hatte ich bei dem Autohaus Dresden (ein Opel Autohaus auch mit Ampera-Erfahrung) einen Termin zuerst beim dort ansässigen TÜV, und dann in der Werkstatt gemacht (viewtopic.php?f=4&t=5858). Leider haben sich alle Vorurteile, die man in Zusammenhang mit einer solchen Fahrzeuggeschichte oft hört, bestätigt:
Die Optik war fast perfekt, d.h. die Lackierung war aufwändig und recht gut gemacht, wenn auch an einer Stelle etwas mit einlackiert wurde, also wohl nicht professionell. Aber der gekonnte Blick in den Motorraum und auf der Bühne offenbarte Einiges. Offensichtlich waren die Längs- und vor allem der Querträger, der bei dem Unfall deutlich lädiert worden war, nicht etwa ausgetauscht, sondern einfach soweit möglich gerade gezogen worden. Weil das (natürlich) nicht ganz gelang, gab es noch Dellen, passte ein Motorlager nicht richtig und - das konnte der Prüfingenieur kaum glauben - gab es einen deutlichen Riss an der Ecke des Querträgers! Wenn man diese Fahrzeug einigermaßen sicher betreiben möchte, müssten vermutlich mindestens der Querträger ausgetauscht und somit etliche Tausend Euro investiert werden.
Es ist unfassbar, wie man die Reparatur eines solchen schönen, wertvollen Fahrzeugs derart verpfuschen kann. Solche Unfallfahrzeuge werden in den USA als Totalschaden deklariert und recht günstig versteigert. Da könnte man auch mit einer sachgerechten Reparatur, insbesondere wenn sie in Litauen mit recht günstigen Stundensätzen durchgeführt wird, immer noch viel Geld verdienen. Ich hatte daher gedacht, dass es in diesem Bereich nicht nur Pfusch und kriminelle Energie (wie man es häufig hört), sondern auch vernünftige Arbeit gibt.
So hörte sich auch das an, was der Händler, der sich insgesamt korrekt verhalten hat und von vornherein die Fahrzeuggeschichte offen gelegt hat, vorher erzählte. Sie hätten häufiger Fahrzeuge mit einer solchen Geschichte, und wenn ausnahmsweise eine nicht gut gemachte Reparatur dabei ist, würden sie das Fahrzeug nicht in Deutschland, sondern ohne Gewährleistung nach Osteuropa verkaufen. Allerdings bin ich überrascht, auf welchem Niveau das "gut gemacht" bewertet wird: wenn das Fahrzeug bei der Vollabnahme (bei der es eigentlich vor allem um die Kompatibilität zu den deutschen Vorschriften geht) keine Probleme hat, wird davon ausgegangen, dass alles in Ordnung ist. Ich nehme dem Händler ab, dass er geschockt war, das Ergebnis der Prüfung zu erfahren. Wobei ich mich wundere, dass er das Fahrzeug nicht selber schon auf die Bühne gestellt und genau angeschaut hat (zumal er das in seiner Verkaufsanzeige selber vorschlägt).
Also: ein tolles Fahrzeug. Aber eines mit garantierten erheblichen Folgekosten.
Ich habe das Auto ausführlich probegefahren und war sehr angetan. Ich hatte aber auch - und das war mir sehr wichtig - einen Termin in einer (von mir ausgesuchten) Werkstatt gemacht, wo ich den Wagen gründlich prüfen lassen wollte. Schließlich hatte der Wagen einen erheblichen Frontschaden gehabt, der in Litauen repariert worden ist. Ich hatte mittels der VIN die Fahrzeuggeschichte in den USA recherchiert und Fotos des verunfallten Wagens gefunden, daher wusste ich auch, wonach ich besonders schauen wollte.
Dazu hatte ich bei dem Autohaus Dresden (ein Opel Autohaus auch mit Ampera-Erfahrung) einen Termin zuerst beim dort ansässigen TÜV, und dann in der Werkstatt gemacht (viewtopic.php?f=4&t=5858). Leider haben sich alle Vorurteile, die man in Zusammenhang mit einer solchen Fahrzeuggeschichte oft hört, bestätigt:
Die Optik war fast perfekt, d.h. die Lackierung war aufwändig und recht gut gemacht, wenn auch an einer Stelle etwas mit einlackiert wurde, also wohl nicht professionell. Aber der gekonnte Blick in den Motorraum und auf der Bühne offenbarte Einiges. Offensichtlich waren die Längs- und vor allem der Querträger, der bei dem Unfall deutlich lädiert worden war, nicht etwa ausgetauscht, sondern einfach soweit möglich gerade gezogen worden. Weil das (natürlich) nicht ganz gelang, gab es noch Dellen, passte ein Motorlager nicht richtig und - das konnte der Prüfingenieur kaum glauben - gab es einen deutlichen Riss an der Ecke des Querträgers! Wenn man diese Fahrzeug einigermaßen sicher betreiben möchte, müssten vermutlich mindestens der Querträger ausgetauscht und somit etliche Tausend Euro investiert werden.
Es ist unfassbar, wie man die Reparatur eines solchen schönen, wertvollen Fahrzeugs derart verpfuschen kann. Solche Unfallfahrzeuge werden in den USA als Totalschaden deklariert und recht günstig versteigert. Da könnte man auch mit einer sachgerechten Reparatur, insbesondere wenn sie in Litauen mit recht günstigen Stundensätzen durchgeführt wird, immer noch viel Geld verdienen. Ich hatte daher gedacht, dass es in diesem Bereich nicht nur Pfusch und kriminelle Energie (wie man es häufig hört), sondern auch vernünftige Arbeit gibt.
So hörte sich auch das an, was der Händler, der sich insgesamt korrekt verhalten hat und von vornherein die Fahrzeuggeschichte offen gelegt hat, vorher erzählte. Sie hätten häufiger Fahrzeuge mit einer solchen Geschichte, und wenn ausnahmsweise eine nicht gut gemachte Reparatur dabei ist, würden sie das Fahrzeug nicht in Deutschland, sondern ohne Gewährleistung nach Osteuropa verkaufen. Allerdings bin ich überrascht, auf welchem Niveau das "gut gemacht" bewertet wird: wenn das Fahrzeug bei der Vollabnahme (bei der es eigentlich vor allem um die Kompatibilität zu den deutschen Vorschriften geht) keine Probleme hat, wird davon ausgegangen, dass alles in Ordnung ist. Ich nehme dem Händler ab, dass er geschockt war, das Ergebnis der Prüfung zu erfahren. Wobei ich mich wundere, dass er das Fahrzeug nicht selber schon auf die Bühne gestellt und genau angeschaut hat (zumal er das in seiner Verkaufsanzeige selber vorschlägt).
Also: ein tolles Fahrzeug. Aber eines mit garantierten erheblichen Folgekosten.