@RobbertPatrison: Cool, Du hast hier völlig korrekt die Evolution der Energieerzeugung aufgelistet!
[*] 1: Normale 'schwarzer' Strom kaufen
So wie es "früher" (und leider immer noch oft) gemacht wird.
[*] 2: Oekostrom kaufen + Sonnendach. Sonnenenergieueberproduktion wird ins Netz zureuckgespeist.
So wurde es bis Anfang 2012 in Deutschland gemacht. Bis dahin hat es sich aufgrund der Subventionen mehr gelohnt, den selbst-produzierten Strom komplett einzuspeisen, als selbst zu verbrauchen, da externer Strom weniger gekostet hat, als man für selbstproduzierten vergütet bekam.
[*] 3: Oekostrom kaufen + Sonnendach + nur weahrend Sonnenstunden laden, also soviel wie moeglich Eigene Strom verbrauchen. (Prodatron)
Seit ca. Mitte 2012 ist externer Strom teurer als selbstproduzierter (bzw. was man dafür kriegt), daher lohnt sich nun der direkte Eigenverbrauch.
[*] 4: Oekostrom kaufen + Sonnendach + Heimaccuspeicher, E-grid nur als 'backup'
Durch den Preisverfall bei den Akkus lohnen sich seit ca. Anfang 2013 auch eigene Speichersysteme, da man mit solchen den Eigenverbrauch maximieren kann, wodurch sich die gesamte Anlage noch besser rentiert (noch weniger teurer externer Strom, noch mehr günstigerer eigener Strom - der zusätzliche Gewinn gleicht die Kosten für die Akkus wieder aus).
[*] 5: Sonnendach + Accuspeicher und total 'off-the-grid' (Nur Eigenenergie benuetzen).
Tatsächlich unterstützen die meisten Speichersysteme bereits "Inselbetrieb". Allerdings: Wenn man tatsächlich das gesamte Jahr lang ein reines Inselsystem betreiben will, müßten die Speicher (Batterien oder etwas alternatives) nochmal massiv billiger werden. Die Kapazität der Akkus pro Haushalt müßte um ein vielfaches größer sein als bei Punkt 4. Daher lohnen sich solche Systeme auf absehbare Zeit weiterhin nur für abseits gelegene Installationen ohne Anschluß an stabile Stromnetze.
RobbertPatrison hat geschrieben:Meine fragen: Was ist das Umweltbelastungsvorteil von [3] gegenueber [2]? Jede Solarueberproduktion wird ins Netz gespeist, also der Nachbar wird die Energie gut benuetzen. Es scheint mir so dass bei [2] das Netz genau so entlasted wird als bei [3] und damit wird die Umweltbelastung (fast) genau um die gleiche Menge reduziert. Was verstehe ich nicht?
Grundsätzlich hast Du recht, allerdings treibt [3] den Verbraucher zu einer besseren Ausnutzung der gerade verfügbaren Energie. Der Verbraucher wird seine Stromnutzung bewußt stärker der verfügbaren Sonnenleistung angleichen. Wenn ich weiß, daß es mich weniger kostet, die Waschmaschine tagsüber bei strahlender Sonnen laufenzulassen, als abends in der Dämmerung, dann werde ich versuchen dies immer genauso zu planen, um meinen Eigenverbrauch zu maximieren. Der Ökostrom wird also stärker genau dann genutzt, wenn er gerade verfügbar ist. Das wiederum bewirkt eine Entlastung der Netze und verringert Verbrauchsspitzen zu ungünstigen Tageszeiten und dem unnötigen Anwerfen von konventionellen Kraftwerken.
RobbertPatrison hat geschrieben:Und was ist das Umweltbelastungsvorteil von [4] im vergleich zu [3]/[2]? In der Acculadecyclus geht 17-20% der Energie verloren, also scheint es immer eine bessere loesung zu sein die Energie direkt verlustfrei ins Netz einzuspeisen. Weil die Sonne meistens tagsueber wahrend die Maximalbelastung des Netzes scheint ist direkt zurueckspeisen immerhin die beste Loesung.
So schlecht ist der Wirkungsgrad von Akkus meistens gar nicht. Der meiner Akkus liegt angeblich bei über 90% (habs leider noch nie selber genau nachgemessen), allerdings hängt es hier auch davon ab, wie stark man Akkus lädt und entlädt. Je schneller man einen Akku entlädt, desto weniger Strom kommt insgesamt raus. Dezentrale Speicher (also pro Haushalt) dürften jedenfalls insgesamt einen besseren Wirkungsgrad haben, als zentrale (z.B. Pumpspeicherkraftwerke mit 25% Verlust), zudem ist das Netz dann wieder weniger belastet. Das schöne an Akkus ist eben auch, daß viel weniger Verbrauchsspitzen ins Netz gelangen. Liefert die Sonne z.B. gerade nur 2000Watt, ich schmeiße aber kurzzeitig einen 3000Watt Verbraucher an, so kommen die zusätzlich benötigten 1000Watt aus der Batterie - das Netz bekommt davon also nichts mit.
CU,
Prodatron