Lieber ADAC
In letzter Zeit lese ich Deine Zeitung kaum noch, weil mich die Werbung für Treppenlifte noch nicht interessiert, aber vielleicht ändert das sich in ein paar Jahrzehnten.
Erfreulich ist zunächst, dass Du überhaupt wieder mal einen Artikel über E-Autos auf der Titelseite hast. Dort sieht man einen i3 an der Schnellladesäule und einen Mann, der sich vom Auto entfernt und dabei auf seine Uhr blickt. Vermutlich möchte man uns sagen, dass E-Auto-Fahrer immer zu spät ins Büro kommen, weil sie noch das E-Auto einstecken müssen. Ohne den Artikel gelesen zu haben, ahnt man schon, in welcher Richtung das Ganze gehen wird.
Die Frage ob „E-Autos reif für die Zukunft“ sind kann man eindeutig mit ja beantworten, denn nur ihnen gehört die Zukunft.
Im Artikel findet man als erstes viel Positives wie …Agilität, geräuscharm, wieselflink…und sofort danach
der Hammer, dass man im Winter mit der Energie aus dem Akku heizen muss. Hast Du schon mal überlegt, was die herkömmlichen Autos machen, wenn sie im Winter in der Großstadt vor der Ampel stehen und dort zum Heizen Benzin oder Diesel verbrennen, was passiert denn mit den Abgasen? Frag mal die Leute, die in der Stadt wohnen, welche Autos die jetzt schon lieber mögen.
Warum wird immer wieder die Reichweite von E-Autos bemängelt, wenn man diese oft gar nicht braucht. Mein Ampera hat jeden Tag mehr Reichweite als ich zum Erreichen meines Arbeitsplatzes benötige. Der i3 meiner Frau hat für den Einsatz als Zweitwagen eine fast schon überdimensionierte Reichweite und kann nach jeder Fahrt sofort wieder nachgeladen werden.
Ist es wirtschaftlich mehr Geld für ein E-Auto auszugeben?
Diese Frage darf man im Hinblick auf den Klimawandel gar nicht mehr stellen. Alles ist wirtschaftlich, was nur ansatzweise dazu beiträgt weniger CO2 in die Luft zu blasen. Wer das Geld für ein E-Auto hat, ist moralisch dazu verpflichtet, sich eines zu kaufen. Die neuen E-Autos von heute, sind die günstigen Gebrauchtwagen von morgen und somit erschwinglich für alle.
Im Artikel wird die Energie aus einem Liter Benzin im Verhältnis zum Volumen eines Akkus gezeigt. Leider hat man vergessen zu sagen, dass der Verbrenner nur 30% der Energie aus dem Treibstoff für die Fortbewegung nutzen kann, beim E-Auto werden 90% aus dem Akku genutzt, was zu einem ganz anderen Bild führt.
Gute Besserung lieber ADAC
Dein „Noch-Mitglied“ Joachim