Du magst es, kompliziert zu machen. Die Frage war eher, was Du als Haupt-Handy nutzt bzw. ob dessen Betriebssystem aktuell ist. Denn einen OBD-Adapter zu nennen, der für alle drei Plattformen und alle Apps geht, kenne ich nicht. Insgesamt scheint kaum jemand einen Überblick, eine Vogel-Perspektive zu haben bzw. falls doch, dann habe ich dessen Internet-Beiträge auch noch nicht gefunden.
Daher kann ich nur Beispiele geben:
OBD-Adapter (ELM327 kompatibel) verbinden sich mit dem Smartphone über
- WLAN,
- Bluetooth Low Energy (BLE) oder
- Blutooth Classic (wenn überhaupt nur für Google Android interessant).
Carly ist nicht ELM327 kompatibel, daher geht nur deren eigene App. Für Status/Diagnose ist das egal, nur das Smartphone und die App müssen tun, also verbinden können. Ich nutze Apple. Der „OBDLink CX“ verbindet über BLE. Das kann inzwischen jedes Smartphone aber (noch) nicht jede App. Oben habe ich kein Sofort-Kaufen sondern eine eBay-Auktion hinterlegt. Auktionen von Händlern enden inklusive Versand bei <85€, das sind 10€ günstiger als neu beim
Distributor. Angebote von privat sind selten, aber enden bei <75€.
Bin mit OBDLink sehr zufrieden. Für Firmware-Updates des Adapters selbst brauche ich keinen Computer, die gehen direkt über das Smartphone; das letzte Update ist vom 17. Nov. 2023 (5.10.1). Deren eigene App „OBDLink“ reicht mir zum Auslesen der Motorkontrollleuchte bereits, App-Updates kommen noch immer. Auch MyVoltControl bekommt noch App-Updates. Nachteil: Beim ersten Mal brauchst Du ein Ampera
und Internet. Nur so kannst Du den Bereich „Diag“ freischalten, und nur dann dort die Hilfe mit vielen Erklärungen, Schwellwerten und Fehlercodes einsehen; leider ohne Quellenangaben. Davon dann unbedingt Screenshots machen, also vorher nachschauen, wie man am eigenen Smartphone einen Screenshot macht. Aber fraglich, ob man mit jenen Werten wirklich eine Ja/Nein-Entscheidung für oder (bessere) Wahl zwischen verschiedenen angebotenen Amperas treffen kann.
Oder Du überspringst die Smartphone-Apps und gehst gleich in Richtung „Update der Steuergeräte“ (SAE J2534 kompatibel). Fehlercodes auslesen geht so auch. Aber so fehlt die Akku-Diagnose. Auch hier wüsste ich kein Internet-Beitrag der aus der Vogel-Perspektive geschrieben ist, also alle Adapter und Software auflistet. Ich habe hier den ALLScanner
VCX NANO powerd for GDS2 (PU-160;
Treiber), einfach weil man den ab und zu gebraucht bekommt. Für den finden sich viele Anleitungen.
Probefahrt: Bei einigen Amperas liegt nichts zum Laden bei und der Akku steht auf 0 Kilometer. Du könntest zwar während der Probefahrt den Akku rekuperieren, um irgendwann dann „normal“ zu fahren, aber das war mir persönlich zu kompliziert. Vorab organisierte ich mir eine Ladekarte mit gutem Roaming (einmalig ~10€), ein
Ladekabel für öffentliches Laden (32A), ein
Ladeziegel (EVSE) und nahm alles zur Probefahrt mit. Findest Du über das Stichwort „Typ 1“ schwer, weil viele Suchfelder „intelligent“ sind, die Zahl ignorieren und dann Dinge für den heute gebräuchlichen aber für uns Amperisten inkompatiblen „Typ 2“ anbieten. Daher ist wohl das Stichwort
SAE J1772 einfacher. Gibt auch noch
Adapter, aber die sind für (Schnell-)Ladepunkte mit Kabel. Gibt auch noch (sogar das von GM/Opel offizielle)
Ladekabel für 16A, aber die werden laut Berichten nicht von allen Ladepunkten akzeptiert.
Alles in Allem kannst Du Dir für >250€ ein komplettes Set für Laden, Akku-Status, Software-Diagnose und Firmware-Updates zusammensuchen. Aber am Ende wirst Du vielleicht Dinge doppelt haben. Und solche Amperas sind oft nur 750€ günstiger. Also sparen wirst Du kaum was, aber so eröffnen sich Dir zusätzlich jene Amperas. Denn ohne vier Runden um den Häuser-Block zu fahren (mit Fenster einen Spalt offen)
- Fahrmodus Halten, Wählhebel D
- Fahrmodus Normal, Wählhebel D
- Fahrmodus Halten, Wählhebel L
- Fahrmodus Normal, Wählhebel L
sollte man nicht kaufen, also zweimal rein elektrisch und zweimal mit Motor. Der Opel Ampera kam noch ohne dauerhaftes Fußgängerwarnsignal, folglich solltest Du unter 30km/h im reinen Elektro-Modus nichts außer Vogelgezwitscher hören, also kein Achslager und bitte auch kein Rekuperationslager. Kann man zwar alles reparieren, aber dann müsste der Ampera schon
erheblich günstiger sein – und falls Du doch irgendwann in den Niederlanden zuschlägst, hättest Du ja auch noch die lange Überführungsfahrt zu einer Opel Werkstatt; will man nicht. Der Schalter für die Fahrmodi findet sich in der Mittelkonsole unter dem Baum-Blatt: „Drive Mode“.
Die restlichen Punkte sind dann:
- LDV: In der Mittelkonsole das Baum-Blatt solange drücken bis „Energieinfo“ angezeigt wird. Unten rechts siehst Du den Lebensdauerverbrauch (LDV). Den könnte theoretisch jemand den über Händler bzw. Smartphone-App zurückgesetzt haben, daher nur ein Indiz. Zusätzlich hast Du im Driver-Information-Center (DIC) den Trip-Computer B, den ebenfalls viele Besitzer nicht zurücksetzen.
- Innenwiderstand: Besonders in US-amerikanischen Foren findet sich auch der Tipp ~15km zu laden und das dann während der Probefahrt leer zu fahren. Währenddessen auch Verbraucher einschalten, also Abblendlicht, Klimaautomatik, … Bei einigen Fahrzeugen springt der Motor an – also der Range-Extender (REX) –, noch bevor die Elektro-Restreichweite bei 0 ist. Auch hier fraglich, ob das wirklich eine Ja/Nein-Entscheidung für den Kauf ist.
- Akku-Heizung: Bei vielen Ampera ist inzwischen die Heizung für die Akku-Wärmung kaputt – das ist ein kleiner Motor. Irgendwie gab es Tricks diesen Motor zu testen, müsste ich jetzt aber auch nochmal suchen.
- Außenspiegel: Wenn Du Dir einen Gebrauchten anschaust, würde ich außen mit den Spiegeln anfangen. Ein Ampera ist über 2,1 Meter breit und oft sind die Spiegel aber besonders die Blinker darin beschädigt.
- Fahrersitz ist seltenst kaputt, also die Wange aufgerissen – aber was oft ist, dass links, hinten an der Sitzfläche das Leder gebrochen/eingerissen ist. Hier dann beide Frontsitze gleich einstellen und dann sich in beide reinfallen lassen. So merkt man ganz gut, ob der Fahrersitz durch ist.
- Kofferraum die Klappe rechts, dort stehen die Ausstattungscodes und die FIN und damit auch das Modelljahr: Foto machen! Und gleich die ganze Kofferraumklappe/-mechanik nach Rost absuchen.
- Türgriffe: Jeder Griff hat eine Ver-/Entriegelungstaste für Open&Start. Alle vier Türen ausprobieren, denn die gehen gerne kaputt. Aber reparabel. Übrigens: Wegen jenem Schlüssel-System versperren Händler einen Ampera auf ihrem Hof fast immer durch andere Fahrzeuge – der einfachste Diebstahlschutz –, also steht ein Ampera dann in zweiter, dritter Reihe. Daher immer vorher anrufen, Termin ausmachen und dann (trotzdem) Zeit mitbringen, bis der Ampera freigeschaufelt wird.
Einige Ampera zeigen auch Roststellen an den Sitzschienen des Fahrersitzes. Bin mir nicht sicher, ob das nach dem Alter normal ist, ist mir nur oft aufgefallen, kann mich aber an keinen Thread zu dem Thema erinnern.
Habe ich was vergessen?