Deutsche Autobauer sind zu langsam!

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von Gestern
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Deutsche Autobauer sind zu langsam!

Beitrag von von Gestern »

Auch wenn Volkswagen jetzt ENDLICH elektrisch aufwachen will, wird es trotzdem schon zu spät sein. Es gibt sicher mehrere andere Schnellere, so wie die Koreaner:
http://rdir.de/r.html?uid=A.B._iY.Dy3.B ... qsRHGupUnw

... erinnert mich irgendwie an meinen Ampera (der ist aber noch schöner)

Übrigens:
nach meiner Ansicht fehlt international noch ein praktisches Fernpendlerauto mit 2 Sitzen hintereinander :idea: , so wie der erste VW L1 (Piechs Rekordfahrt). Es dürfte doch allgemein bekannt sein, dass nicht die Batterie-Masse stört, sondern nur der Luftwiderstand, wenn man höhere Reichweiten haben will... :!:
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he2lmuth
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Re: Deutsche Autobauer sind zu langsam!

Beitrag von he2lmuth »

Nach m.M. kauft das hier niemand!
Und dann auch noch zum Fernpendeln...
L.G. Hellmuth

Es ist keinesfalls ausreichend lediglich keine Überlegungen anstellen zu können, man muss auch unfähig sein diese mitzuteilen.
Nachbars Lumpi
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Re: Deutsche Autobauer sind zu langsam!

Beitrag von Nachbars Lumpi »

Natuerlich sind die deutschen Autobauer zu langsam. Das liegt aber hauptsaechlich an drei Faktoren.

- der Risikobereitschaft der Vorstaende:
In Deutschland scheut man das Risiko, auch wenn es hohe potentiale hat. Man setzt primaer auf alt bewaehrtes. Auch weiss man wie der Kunde ticket und dieser stuetzt und bestaetigt diese Unternehmensstrategien.

- Risikobereitschaft der Kunden:
Der Deutsche und der Teil der oekonomisch starken Lander in Europa stehen solchen radikalen Wechseln eher kritisch gegenueber. Auch der Grossteil der Kunden haelt lieber an bewaehrtem fest. Dort weiss man was man fuer sein schwer verdientes Geld bekommt. Bei Waren unter 1000 Euro ist auf Kundenseite groessere Flexibilitaet. Jedoch bei privaten Langzeitinvestitionen wie einem Auto ist zwar der Wille da, zu einem Wechsel da, aber der Mut fehlt meist und es wird auf bewaehrte Technik zurueck gegiffen.

Diese beiden Faktoren machen den Markt sehr statisch. Veraenderungen und Paradigmenwechsel dauern sehr lange bis sie vollzogen sind. Solange kein 1:1 Tausch ohne wirkliche Veraenderung des eigenen Handelns moeglich ist, sich ein hochpreisiges Produkt nicht ueber Jahre am Markt gehalten hat und immer wieder positiv darueber berichtet wird kann es jederzeit zum Ende dieses Produktes kommen.

Dieses Sicherheitsdenken ist vorallem in Deutschland derart verankert und man scheut unvorhergesehenes, dass wir Versicherungsweltmeister sind und unsere Industrie Dinosaurier sind. Auch wenn es heissen wuerde, dass 50% aller Autos bis Ende 2016 ohne fossile Treibstoffe fahren muessten, weil sonst der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten sein, 80% der Grossstaedte genauso wie Peking im Smog ertrinken und 1 Mio Menschen jaehrlich an den Abgasen sterben werden wuerde der normale deutsche Autofahrer nichts aendern. Einzige Ausnahme, er bekommt den Verbrenner nicht mehr angeboten oder der Gesetzgeber wuerde den Verkauf und den Betrieb verbieten.

Dies ist aber eine Mentalitaetsfrage. In keinem Kulturkreis kann man einen radikalen Kurswechsel fahren ohne die dafuer benoetigte Zeit. Hier ist jedoch die Kultur des unternehmerischen Schaffens und der Innovation getrennt von der Kultur der Nation zu sehen. Beide koennen sich aber massiv beeinflussen und sind in staendigem Wechselspiel zu einander.

Ich hoffe aber, dass die hiesige Industrie und auch die Menschen von dem angesteckt werden was drum herum passiert. Trotz der noch recht ueberschaubaren Masse an Elektrofahrzeugen ist die kritische Masse aber schon erreicht und in Laendern wie China spielen noch Umweltgesichtspunkte mit rein. Ein Marktanteil von 0,05% laesst den Buerger im Schnitt alle 2000 Autos, die vorbei fahren einen Stromer sehen. Das reicht schon, um sie im Gedaechnis zu halten. Es gibt jede Menge Leute, die jemanden kennen, der einen hat und sich vielleicht auch einen Stromer zulegen. Somit rollt der Stein immer weiter und weiter und ist nicht mehr aufzuhalten. Hier und da kommt ein weiterer Stromer hinzu und somit bekommen wieder mehr Autofaherer von den positiven Seiten berichtet und so weiter.

Trotz der prozentual kleinen Zahl wird die Zielgruppe, aber interessant fuer die Hersteller. Ein Hersteller wie Opel, der 1 Mio Autos verkauft 0,05% Stromer verkauft sind das immerhin 50000 Fahrzeuge pro Jahr. Das rentiert sich schon fuer einen Hersteller. Das waeren pro Jahr ca drei mal so viele Fahrzeuge wie in den 4 Jahren Amperas verkauft wurden.
Klar spielen hier noch weiter Faktoren wie Preis, Image, Lebenszyklus des aktuellen Fahrzeugs, usw mit rein, aber wir duerfen noch eine richtig spannende Zeit im Automobilsektor erleben. So aehnlich wie der Wandel von der Kutsche zum Auto.
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Re: Deutsche Autobauer sind zu langsam!

Beitrag von Nachbars Lumpi »

Die 50000 Einheiten Potential wären halt wenn sie in ganz Europa den Schnitt schaffen würden.

in dem einen Land wären es prozentual mehr, woanders weniger. Die 1 Mio Fahrzeuge sind ja Europaweit und die 0.05% sind sehr konservativ angesetzt, da es der Marktanteil in Deutschland ist und auch Opels größter Markt ist.

Bei diesem gelieferten Potenzial ist nur zu verständlich daß auch andere Hersteller was vom Kuchen anhaben möchten. Vorallem in statischen Märkten wie Deutschland ist es ein Vorteil sich frühst möglich zu positionieren, da man dem Kunden dann auch mehrjährige Erfahrung und Technologieführerschaft belegen kann . Beides wirkt sich positiv auf die Kaufentscheidung für eine Marke aus. Auf der Imageseite hat Opel schon aufgeräumt und steht als solide und teilweise hip in der Mitte der Gesellschaft.

Ich denke der Genfer Autosalon wird die Auftrittsbühne der europäischen Bolts. Ich denke auch, daß Opel die Präsentation 1 Jahr vor gezogen hat, da der Markt auf Anbiezerseite massiv in Bewegung kommt und man die Gefahr sieht, daß wenn man bis zur nächsten IAA wartet man auf der Innovationsseite nicht ganz vorne wahrgenommen wird.
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Re: Deutsche Autobauer sind zu langsam!

Beitrag von von Gestern »

he2lmuth hat geschrieben:Nach m.M. kauft das hier niemand!
Und dann auch noch zum Fernpendeln...
Na ja, also ich war lange Zeit Fernpendler (2x 115 km), und da war ich wirklich nicht alleine auf der Autobahn!Später habe ich mir mehr Zeit nehmen können und fuhr deshalb mit der Bahn.
Ob Reichweite oder Dauer-Autobahngeschwindigkeit - beides begrenzt der Luftwiderstand. Und beim Cw-Wert kämpft man um Tausendstel, dabei bekäme man mit der Motorrad-Sitzanordnung gleich mal 40% Luftwiderstand geschenkt (und die nette Sitzposition kostenlos dazu: Knie streicheln war mein Hobby als ich noch Messerschmitt fuhr).
Also - ich finde, da sollte man doch mal eine ernste Bedarfsanalyse durchführen. Wenn ich mit dem Smart fahre, ist mir dauernd bewusst, dass ich wie ein Schneeräumer die Luft vor mir herschiebe :cry: . Daher kommt das nur im Stadtgebiet infrage; bei höheren Geschwindigkeiten setze ich natürlich den (Cw-Wert vom) Ampera ein ... :)

Nebenbei gefragt: wieviel Amperas wurden eigentlich verkauft? Das weiß doch sicher jemand hier ganz genau.
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Re: Deutsche Autobauer sind zu langsam!

Beitrag von he2lmuth »

Knapp 10000 in Europa. Der Luftwiderstand machts schon klar, aber:
Nee ich will es schon komfortabel haben und nicht in einer Art Kabinenroller sitzen.

Aber jedem das Seine. Meine nur dass sich das in D nicht verkauft. Sicherlich in Italien und Indien.
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Re: Deutsche Autobauer sind zu langsam!

Beitrag von Nachbars Lumpi »

Bei der Praesentation den Bolt war wohl auch KTN da und wurde interviewed. Er sprach von ca 9500 Ampera. Also sind die 10000 von Hellmuth genannten sehr realistisch.
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Re: Deutsche Autobauer sind zu langsam!

Beitrag von mainhattan »

Nachbars Lumpi hat geschrieben: Dieses Sicherheitsdenken ist vorallem in Deutschland derart verankert und man scheut unvorhergesehenes, dass wir Versicherungsweltmeister sind und unsere Industrie Dinosaurier sind.
Deswegen legt der Deutsche auch vorzugsweise sein Erspartes auf das Sparbuch, nahe dem Nullzins.
Und in Summe verlieren die Deutschen jährlich zig Milliarden an Vermögen.
Gruß
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Re: Deutsche Autobauer sind zu langsam!

Beitrag von Nachbars Lumpi »

Daß noch Dummheit dazu kommt Geld verlustbringend zu investieren wollte ich nicht noch anreißen. Jedoch muß man hier auch fairerweise sagen, daß ein Autokauf immer einen finanziellen Verlust mit sich bringt.
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Re: Deutsche Autobauer sind zu langsam!

Beitrag von von Gestern »

Nachbars Lumpi hat geschrieben:Bei der Praesentation den Bolt war wohl auch KTN da und wurde interviewed. Er sprach von ca 9500 Ampera. Also sind die 10000 von Hellmuth genannten sehr realistisch.
Besten Dank an He2lmut und Nachbars Lumpi für die Antworten und Stellungnahmen.

"Jedem das Seine" ist natürlich ganz richtig.
Ich hoffe ja auch nicht, dass ALLE demnächst Fernpendler werden müssen, aber es gibt doch sogar einige Tausende, die sich freiwillig auf ein Motorrad setzen! :shock: Also da ist mir der Kabinenroller mit fetziger Fahrweise doch wirklich lieber, und auch der damalige Messerschmitt war fetziger als die lahme dicke Knolle von BMW - mit zwei nebeneinander- :lol:
Die letzte Bemerkung "...vielleicht in Italien oder Indien" ist doch auch ein Argument dafür, so ein Spaß- und Spar-Mobil aufzulegen, denn unsere Firmen wollen doch eigentlich auch exportieren können, oder etwa nicht??
Aber für diese Weltmärkte sorgen jetzt schon die verschiedensten Fernöstler...Leider!

Auf ein besseres Neues Jahr (guter Einsichten) für unsere Autoindustrie!
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